Bürgerempfang

Wieder einmal hatten viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt Übach-Palenberg, Vertreter der Partnerschaftskommunen, aus Wirtschaft, Verwaltungen, Verbänden, der Kirchengemeinden, der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks, und, und und …. den Weg ins das Pädagogische Zentrum der Stadt Übach-Palenberg gefunden, um beim traditionellen Bürgerempfang mit dabei zu sein. Der erste Bürger der Stadt, Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, zeigte sich hierüber sehr erfreut.

Er dankte in seinen Begrüßungsworten der Privatmusikkapelle Scherpenseel, die wieder die musikalische Untermalung der Veranstaltung übernommen hatte, Michaela’s Blumenlädchen, die die Bühne durch ihre Blumendekoration aufgewertet hat, der Volksbank Heinsberg, die auch in diesem Jahr wieder durch die „Bierspende“ dafür Sorge trug, dass die Besucher nicht zu dursten brauchten.


Bürgermeister Raymond Vlecken überbrachte ist seiner gewohnt guten und auch in diesem Jahr wieder humorvollen Rede die Grüße von Rat, Verwaltung und Bürgerschaft der niederländischen Partnerstadt Landgraaf. Für die französische Partnerstadt Rosny-souis-Bois überbrachte die Vorsitzende des dortigen Partnerschaftsvereins, Dominique Denneulin, beste Grüße und Wünsche für das neue Jahr in besonders charmanter Art und Weise. 


Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch nutzte anschließend die Gelegenheit, den Anwesenden die Gründe für seine nicht erneute Bürgermeisterkandidatur darzulegen. Insbesondere sei dies seinem „Alter“ geschuldet, schließlich werde er im nächsten Jahr bereits das 68igste Lebensjahr vollenden. Gemeinsam sei er mit seiner Ehefrau Gabi zu dem Entschluss gelangt, dass es jetzt an der Zeit sei, um mehr Zeit für sich und seine Familie zu haben. 


Seine anschließende Rede hatte es dann in sich. Er zeigte die Erfolge auf, die Übach-Palenberg und seine Bürgerschaft in den letzten zehn Jahren erzielt haben. Von einer Kommune, die jedes Jahr ein strukturelles Defizit von sieben Millionen Euro zu verkraften hatte und vor dem finanziellen Kollaps stand, hin zu einer Vorzeigekommune. Selbst die Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Köln, Gisela Walsken, immerhin ein SPD-Mitglied, hatte das bei einem Besuch ohne Wenn und Aber anerkannt. Bei dem im Jahre 2010 erkannten jährlichen strukturellen Haushaltsdefizit von 7 Million Euro ist leicht zu errechnen, dass das strukturelle Defizit in 10 Jahren, und zwar von 2010 bis 2019 auf insgesamt 70 Millionen Euro angestiegen wäre.

Dass dies die Stadt in den Kollaps getrieben hätte ist nachzuvollziehen. Zwar hat die Finanzspritze des Landes NRW in Höhe von insgesamt 12 Millionen Euro zu einem gewissen Anteil an der Konsolidierung der Stadtfinanzen beigetragen, den Hauptanteil mit errechneten 58 Millionen Euro Konsolidierungsbeitrag haben aber die Verwaltung, die Bürgerinnen und Bürger sowie auch Industrie, Gewerbe und Handel erbracht.
Ein Glücksfall für die Stadt sei insbesondere gewesen, dass auf Initiative des damaligen LIDL-Generalbevollmächtigen Walter Pötter dieser Konzern über eine Milliarde Euro in Übach-Palenberg investiert hat. Schokoladenfabrik, Brotfabrik, Eisfabrik, und weitere LIDL-Produktionsstätten und –Betriebe schafften Arbeitsplätze in Übach-Palenberg. Diesem Walter Pötter, einst als junger Mann einer kleiner Milchverkäufer im Ortsteil Marienberg, ist es zu verdanken, dass in Übach-Palenberg die weltweit größte zusammenhängende Lebensmittelproduktionsstätte erbaut wurde. Gerne – so führte der Bürgermeister in seiner Rede aus – hätte er beim diesjährigen Bürgerempfang diesem Walter Pötter die Ehrenbürgerwürde angetragen. Überaus deutlich formulierte der Bürgermeister sein Unverständnis, dass dem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Übach-Palenberg insbesondere durch die Oppositionsparteien von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen nicht gefolgt wurde. So wurde der CDU-Antrag, dessen Annahme einer 2/3-Mehrheit der Ratsstimmen bedurft hätte, zum Bedauern der bürgerlichen Parteien von CDU, FDP, USPD und UWG abgelehnt.
Dass Walter Pötter entgegen seiner Gewohnheit dem diesjährigen Bürgerempfang fernblieb, war hoffentlich nicht in diesem ratsinternen linken Fauxpas begründet. Zu hoffen bleibt auch, dass die bisher gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem LIDL-Konzern weiterhin fortbesteht. Jedenfalls berichtete Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, dass er erst vor einigen Tagen mit Walter Pötter telefoniert hat. Dabei hat ihm Walter Pötter über zwei familiäre Trauerfälle berichtet und damit seine diesjährige Anwesenheit beim Bürgerempfang begründet. Erfreulich war zudem, dass Walter Pötter den Anwesenden durch Wolfgang Jungnitsch Grüße und Wünsche zum neuen Jahr ausrichten ließ. 


Auch in diesem Jahr gab es dann noch eine Ehrung. Für ihr in 30 Jahren gezeigtes soziales Engagement wurde das Team der „Feld- und Wiesenfete“ ausgezeichnet. Im Namen des Teams bedankte sich Harald Lengersdorf und bestätigte, dass das Team auch in den nächsten Jahren weiterhin Veranstaltungen durchführen und damit soziale und caritative Maßnahmen finanziell unterstützen wird.

Veröffentlicht: 13.01.2020 16:01

Autor: Walter Junker

Letzte Änderung: 13.01.2020 16:01